Me, myself and I
Der Europawahlkampf wurde den Wählern präsentiert wie ein Gemüsebrei, den man um der guten Gesundheit willen ganz auszulöffeln habe, leider.
Minkmar, Nils, Kluger Kermani, in Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 120 vom 24. Mai 2014, S. 9.
Der deutsche Pazifismus ist ein anderes Wort für Provizialität. Anstatt sich Gedanken darüber zu machen, wie man den Nachbarländern hilft, versucht man lieber, den Problemen auszuweichen, indem man gute Motive in Putins Handeln sieht. Dass ist keine Erosion der Demokratie, das ist vielmehr ihre Grimasse: Kämpferische Demokratien neigen zur unüberlegten Gewalt und Deutschland zur unüberlegten Kompromissbereitschschaft.
Klimeniouk, Nikolai, Ist das wirklich die deutsche Freiheit?, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Nr. 18 vom 4. Mai 2014, S. 37.
Doch ist Schröder nicht allein. Auch Helmut Schmidt, Erhard Eppler und andere sozialdemokratische Altersgenossen äußern sich recht einfühlsam über den Kremlherrn. Manche Äußerung lässt sich womöglich dem Alter zuschreiben. Andere alter Ideologie: Der Mangel an Einfühlsamkeit gegenüber kleineren Völkern Osteuropas ist bei manch Linkem immer noch Ausdruck von Groll darüber, dass diese 1989 Amerika zum Sieg verhalfen.
Lupenreine Umarmung, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 100 vom 30. April 2014, S. 2.

Go-Betweens
I Just Get Caught Out

She wiped the hair right out of my eyes.
Tempted me through with desire.
I was trying my best at this stage.
To set myself on fire. Then she said hello.
        I just get caught out.
All I get is all day long.
On me, and I stand much higher.
You can always get what you want.
If you’re burning enough by fire. Then she said hello.
        I just get caught out.
Out again tonight, I’m tired. We need a room but there is no room.
Then she said good-bye.
       I just get caught out.
Out again tonight, through these moonlit streets. We need a room.
But there is no room. 
Then she came again.
       I just get caught out.
       And I just get caught out.
       I just get caught out.
       I just get caught out.

Nostalgie ist schön, aber leider unerträglich. Denn die Art und Weise, in der man Ai Weiwei hierzulande inszeniert, lässt die politische Dimension der Modernisierung eines Bauernstaates und das Schicksal einer wachsenden Mittelschicht, die zu ihrem materiellen Recht kommen will, zu Mobiltelefonen, PKW und billigen Kunststoffcremetuben, beiseite: Hier geht es um die Kritik des Biomarkteinkäufers am Wachstum, um seine Sorge angesichts der Umweltzerstörung, die er mit dem Kauf eines SUV mit Hybridantrieb beruhigt und vielleicht dem Kauf von konzeptioneller Kunst aus natürlichen Materialien, um die Verpestung des chinesischen Gedächtnisraums, die vielleicht er zu Hause am Tisch beim Essen mit Freunden beklagt.
Stahl, Antje, Ist das denn wirklich politische Kunst?, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 79 vom 3. April 2014, S. 13.
Hätte Leni Riefenstahl einen von Arno Breker gemeißelten Massenverkehrsunfall auf der Mythenautobahn von Sparta nach Bayreuth mit der Kamera abtasten dürfen, bis der 3-D-Brille schwindlig wird, wäre wohl etwas herausgekommen, das ebenso lieblich ist wie dieser schäumende Eintopf aus optischen Unschlitt, politischer Tollwut und dialogischem Blödsinnsgekröse.
Dath, Dietmar, Die neuesten Sanktionen gegen Persien, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 54 vom 5. März 2014, S. 11.
Türchen Nr. 24 - Merry Christmas!

Türchen Nr. 23

Türchen Nr. 22